Kirche St. Dionysius Nordwalde

Gemeinsame Erklärung des Pfarreirats und des Kirchenvorstandes zur Forderung des Rederechts durch den Bestatter Herrn Bräuning bei kirchlichen Trauerfeiern.

Wir sind sehr überrascht, dass Herr Bräuning diesen Weg zur Forderung seines vermeintlichen Rechts gewählt hat und bedauern zutiefst, dass eine solche Situation entstanden ist. Herr Bräuning hat sich sicherlich sehr gut um die Trauernden Angehörigen gesorgt und seinen Aufgaben als Bestatter unserer Ansicht nach immer gut ausgeführt. Auch haben wir volles Verständnis für die Angehörigen, die durch Herrn Bräuning eine gute Begleitung erfahren haben.

Im vergangenen Jahr habe ich (Pfarrer Schulte Eistrup) Kenntnis erhalten, dass Herr Bräuning in der Friedhofskapelle, bevor der Priester mit den Messdienern aus der Sakristei kommt, eine Ansprache hält. Darin nimmt er auch Bezug auf den Verstorbenen. 

Ich habe dann mehrmals das Gespräch mit Herrn Bräuning gesucht und ihn darauf aufmerksam gemacht, dass diese Situation sehr schwierig werden kann. Denn wenn Herr Bräuning von dem Verstorbenen spricht oder einen meditativen Text vorträgt, und die Priester dies in der Sakristei nicht hören, dann kann es dazu kommen, dass sehr unterschiedliche Dinge über die gleiche Person erzählt werden und dies die Angehörigen verunsichert. 

Bisher ist mir keine Gemeinde bekannt, in der der Bestatter vor dem Priester eine Ansprache hält - die anderen Bestatter in Nordwalde dies auch nicht tun - und ich sehe in dieser Dopplung, keine pastorale Notwendigkeit.

Herr Bräuning war für diese Argumente nicht zugänglich und hat eine schriftliche Stellungnahme der Kirchengemeinde eingefordert. 

Im Kirchenvorstand habe ich die Situation geschildert und wir haben den Beschluss gefasst, dass Herr Bräuning die Ansprachen unterlassen solle. Er kündigte darauf rechtliche Schritte an. 

Als Kirchengemeinde wollen wir uns immer im Rahmen des gültigen Rechts bewegen. Als Religionsgemeinschaft ist es unser Auftrag zu klären, wer im Rahmen einer kirchlichen Feier spricht und was er sagt. Nach unserer Kenntnis gibt es kein Recht auf eine Rede durch den Bestatter im Rahmen einer kirchlichen Veranstaltung.

Als Träger des Friedhofs und Verantwortlicher für die katholischen Beerdigungen, ist es die Aufgabe der Kirchengemeinde, das gesamte Geschehen um eine Trauerfeier im Blick zu haben. 

Der erste Blick gilt den Trauernden Angehörigen und sie sollen eine gute Betreuung erfahren. Daher möchten wir mit Herrn Bräuning ins Gespräch kommen, um sehr bald wieder zu einer guten Zusammenarbeit zu finden. 

Für den Kirchenvorstand und Pfarreirat der Katholischen Kirchengemeinde St. Dionysius.

Ulrich Schulte Eistrup, Pfarrer